Liebe Leserinnen und Leser,
heute möchte ich auf meinem Blog mein erstes selbst erstelltes Tutorial veröffentlichen.
Ich habe mir ein Thema ausgewählt, welches sich mit Bildbearbeitung beschäftigt. Die Grundlagen der Bildbearbeitung werde ich hier auf meinem Blog nicht besprechen, dazu gibt es zig Bücher und Internetseiten. Ich werde etwas ins Detail gehen und versuchen mich mit besonderen Dingen zu beschäftigen.
Heute soll es darum gehen, wie man aus einem “normalen” Portrait ein Bild erstellen kann welches den Portraitierten ausschauen lässt als habe er eine gehörige Tracht Prügel erhalten.
Grundvoraussetzungen sind:
- Bildbearbeitungs-Grundkenntnisse
- ein ordentliches Portrait (aus schlechten Bildern kann man mittels EBV keine Top-Bilder zaubern!!)
- 1/2 Std. Zeit und Lust auf Bildbearbeitung
Das Ausgangsbild
Mein Ausgangsbild ist ein etwas düster ausgeleuchtetes Portrait, welches mein Fotobrauer-Freund Mario von mir aufgenommen hat. Danke nochmals dafür!
Die einzelnen Schritte:
1. Gesichtsschwellungen erstellen:
Um das Hämatom realistisch aussehen zu lassen, empfiehlt es sich das man die betroffenen Gebiete am Kopf zum anschwellen bringt. Photoshop bietet eine gute Lösung mit dem Filter “Verflüssigen” oder “Liquify” (Tastenkombi Shift+Ctrl+X)
Es öffnet sich folgendes Fenster:
Hier die wichtigsten Funktionen für unsere Arbeit:
Nun gilt es, die Bereiche im Gesicht entsprechend realistisch zu bearbeiten. Dazu wähle ich das “aufblasen” Werkzeug und beginne über dem Auge den Bereich der Augenbraue anschwellen zu lassen. Auch unter dem Auge lege ich Hand an. Wichtig! Bitte immer nur den Zeiger an eine Stelle bewegen und kurz klicken – vermeidet es lange auf den Mausknopf zu klicken oder die Maus während des klickens zu bewegen – das würde die Schwellung unrealistisch ausschauen lassen durch zu extreme Aufblähung. Nach den Änderungen bitte mit “OK” bestätigen.
Hier mein Endergebnis:
Wichtig ist für mich, dass es nicht übertrieben und unrealistisch ausschaut!
2. Blaue Flecken (Hämatome) hinzufügen:
Zuerst erstellt Ihr eine neue leere Ebene in Eurem Bild, dies passiert durch einen Klick auf das Symbol rechts unten:
Nun wählt man das “Pinsel” Werkzeug aus (mit weicher Kante und in passender Größe!) und eine passende Farbe für die ersten Hämatome. Ich habe mich für “lila” entschieden.
Damit male ich rings ums Auge herum und stelle fest das das irgendwie blöd ausschaut, oder!?
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Um die blauen, ähm lila Flecken mit der Hautstruktur verschmelzen und damit realistisch aussehen zu lassen bedarf es noch einiger Tricks!
Hilfreich ist da die Option Ebenenmodus, die sich im Ebenenmenü befindet:
Standard ist da “normal”. Ich verwende für dieses Bild den Modus “weiches Licht”. Schaut jetzt schon viel besser und realistischer aus als vorher. Aber mich stellt es noch nicht 100%ig zufrieden.
Ich arbeite mit dem Regler “Deckkraft”, der sich direkt neben dem Menü des Ebenenmodus befindet. Ich reduziere die Deckkraft in meinem Beispiel auf 60%. Diese Zahl ist einfach nach meinem Geschmack gewählt, ich rate Euch damit zu experimentieren.
Der Orientierung halber werde ich die Ebene noch umbenennen in “lila”, so komme ich später besser klar und behalte die Übersicht, wenn das Bild dann mehrere Ebenen hat und man den Überblick verlieren könnte.
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Nun geht es so weiter wie in den letzten Schritten beschrieben. Ich füge Ebene für Ebene eine neue Farbe hinzu, denn wie man weiß besteht so ein Bluterguss nicht nur aus einer Farbe sondern aus sehr vielen. Vom dunklen Lila über Rot, Blau und Grün bis hin zu Gelb ist alles möglich.
Wichtig: Für jede Farbe eine eigene leere Ebene erstellen. So kann man bei jeder Farbe die Deckkraft individuell steuern. Sinnvoll ist es auch, den Ebenenmodus vor dem Malen korrekt einzustellen und auch gleich die Deckkraft anzupassen um gleich zu sehen wie das Ergebnis ausschaut.
Meine finale Prellmarke besteht aus 6 Farben.
3. Auge blutunterlaufen:
Das funktioniert vom Prinzip her genau so wie die blauen bunten Flecken. Ich lege eine neue Ebene an, wähle ein dunkles Rot und male das “Augenweiß” mit einem kleinen Pinsel aus. Dabei ist es wichtig, dass man nicht in die Iris malt und auch die Lider verschont.
Als Ebenenmodus habe ich “lineares Licht” gewählt, die Deckkraft kann zwischen 90% und 100% variieren.
Das Bild kann nun auf eine Ebene reduziert und abgespeichert werden.
4. Eventuell noch letzte Schritte:
Nun noch ein paar letzte Schritte und mein Bild ist fertig. Diese Schritte sind von Bild zu Bild unterschiedlich, daher erläutere ich sie nicht genau.
Hier meine Bearbeitungsschritte:
Kontrast anpassen, Gradationskurven, Sättigung, …
Das Endergebnis:
Ich hoffe, dass ich Euch einen kleinen Einblick geben konnte. Dieses Tutorial eignet sich übrigens nicht nur um “blaue Flecken” zu erstellen. Man kann auf die gleiche Art und Weise auch digitale Schminke auftragen, Lidschatten, Lippenstift, …
LG Alexander














8 Kommentare
Das find ich ja cool und muss gleich am Wochenende mal ausgetestet werden.
Wenn’s nicht klappt gehe ich einfach in einen sozialen Brennpunkt, lass mir die Hucke voll hauen und mache dann ein Selbstportrait.
Das ist sicher die schmerzhaftere Lösung!
Alex,
sieht echt realistisch aus
lg Uwe
…lüg doch nicht! Das war deine mutter weil du wieder mal zu spät nach hause gekommen bist! Ich kenn das auch
lg froelich
Ps: bin beeindruckt!!!
Na da bist Du ja nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen…..
LG
Pillepalle
Muss ich gleich mal Testen, garnicht schlecht
lg Angeles
Kannst hier gern auch nen Link zum Ergebnis posten!
genau das, was ich gesucht habe… für das portrait auf meiner “gesundheitskarte” ;-P