Kleine Dinge ganz groß – Makrofotografie
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
heute möchte ich Euch ein paar Bilder von kleinen Dingen zeigen und dazu ein paar praktische Tipps für Anfänger geben.
Das Thema Makrofotografie ist sehr umfangreich, es gibt hunderte Bücher dazu – von denen einige ganz gut sind, andere dagegen sind absoluter Schrott. Welche Lektüre für Euch persönlich die Beste ist würde mich sehr interessieren, vielleicht habt Ihr eine besondere Empfehlung für mich (uns)?
Ich werde Euch nun ein paar Dinge erzählen, die Ihr bei Eurem nächsten Makro-Ausflug beachten solltet. Gern dürft Ihr meine Liste am Ende per Kommentar erweitern.
Die Ausrüstung:
Dies ist sicher der wichtigste Punkt. Ohne entsprechende Ausrüstung können meiner Meinung nach keine guten Makro-Fotos entstehen. Es muss nicht unbedingt eine DSLR sein, auch viele Kompakte machen gute Makrofotos, denn mit entsprechenden Nahlinsen erreichen sie eine gute Abbildungsqualität.
Das darf auf keinen Fall fehlen:
- ein gutes Makroobjektiv (ich verwende das Sigma 105 mm 2.8 – sehr zu empfehlen)
- ein stabiles und vibrationsarmes Stativ (bei mir isses das Velbon Sherpa 600R mit Stativkopf PH-157Q)
- sehr sinnvoll ist ein Kabel- oder Fernauslöser um die Vibrationen weiter zu verringern
- große Speicherkarte, denn es wird viel Ausschuss dabei sein – das ist normal
Die Wahl des Motivs
Ihr wollt Eure ersten Makrofotos schießen? Dann bieten sich Blumen und Gräser als erste Motive an, um den Umgang mit der Kamera in diesem Bereich zu erlernen. Blumen sind geduldig und fliegen nicht weg wenn man ihnen zu nah auf die Pelle rückt. Auch alltägliche Dinge in der eigenen Umgebung sind äußerst Makrotauglich – ein Bleistift, Münzen, Handy, Schrauben, … .
Habt Ihr dann etwas Erfahrung sammeln können, dürft Ihr es gern mit Insekten aller Art aufnehmen. Raupen zum Beispiel bieten sich da ganz gut an, bevor man sich irgendwann Schmetterlingen und Co. widmet. Zur Frühlings- und Herbstzeit empfiehlt es sich in den frühen Morgenstunden auf Makro-Tour zu gehen. Denn dann befinden sich noch einige flotte Tierchen in der Kältestarre. Wenn sie dann noch mit Tautropfen bestückt sind lohnt es sich gleich doppelt.
Ach ja, bevor ich zum nächsten Punkt übergehe: Es macht auch mal Spaß, sich nur einem einzelnen Objekt makrotechnisch an verschiedenen Tagen zu widmen. So habe ich dies mit einer Lotus-Pflanze aus dem botanischen Garten Erlangen gemacht:
Vorm abdrücken …
… sind noch ein paar Dinge zu bedenken:
Bildaufbau: Sinnvoll ist es, einen groben Bildaufbau schon vorm abdrücken zu wählen. Sollte es ein sehr scheues Tierchen sein, so kann man (eine Canon gute Kamera vorausgesetzt) auch später erst zuschneiden und nur einen kleinen Ausschnitt wählen. Aber prinzipiell versuche ich persönlich nur wenig zu schneiden im nachhinein.
Tiefenschärfe: Ich werde hier jetzt nicht viel dazu schreiben, da es dazu schon sehr viel in den Weiten des WWW zu lesen gibt. Das Wichtigste für mich ist, dass man das Objekt schön vorm Hintergrund frei stellt. Dazu am Besten eine Blende um 5,6 bis 8 wählen. Dies ergibt für mich meist den schönsten Hintergrund, ohne zu viel Tiefenschärfe einbüßen zu müssen.
Die Schärfe: Bei Tierchen sollte die Schärfe am besten auf den Augen liegen, da gibt es nur ab und an Ausnahmen. Bei Blumen kann man nach Lust und Laune experimentieren. Mal nur ein Blatt in Szene setzen oder gleich die ganze Blüte, nur den Stempel oder …
Behutsamkeit: Ganz wichtig, nähert Euch dem Objekt Eurer Begierde, sofern es tierisch ist, nicht wie ein Trampeltier. Manchmal lege ich mich auch rechtzeitig hin und bewege mich langsam kriechend vorwärts. Auch wenn das für Herumstehende seltsam wirkt.
Selbstschutz: Ich finde das passt wunderbar hierher, zumal ich es vor ein paar Tagen selbst vernachlässigt habe. Bitte kauft Euch einen Mücken und Zeckenschutz, bevor Ihr durchs Gestrüpp krabbelt und wendet diesen auch an. Erst vor ein paar Tagen erhielt ich ca. 10 Mückenstiche weil ich es vergessen hatte! Aber auch die Gefahr von Zecken ist nicht zu unterschätzen!! Ich spreche aus Erfahrung.
Meine Bilder
Mal wieder viele Worte – die sind ergänzend zu meinen Bildern die ich Euch jetzt zeige. Viel Spaß beim Stöbern.
Tierchen:
Botanik:
Sonstiges:
Wie Ihr seht, habe ich ordentlichen Nachholbedarf an Makrofotos von Haushaltsgegenständen. Ich werde versuchen mein Portfolio dahin gehend zu erweitern.
Es lohnt sich also, mal wieder vorbei zu schauen.
Euer Alexander
Schlagwörter:Bilder, Makro, Nahaufnahmen, Tipps
Hi Du,
habe ich es richtig verstanden, dass Du Canon nicht gut findest?
Wenn ja, darf ich fragen warum?
Liebe Grüße,
Mimi